Interviews
Die letzte Jackin Invasion?! am 16.12.2011
Der Cube Club in Paderborn schließt leider in kürze seine Pforten. “Mietvertrag für das Cube gekündigt” heißt es schlicht und ernüchternd in einem Nachrichtenartikel einer regionalen Zeitung.
Im Cube Club fanden in den letzten 3 Jahren regelmäßig Jack Invasion Partys statt. Die Jack Invasion ist einer der wenigen Veranstaltungen in Deutschland, bei der Underground House Music oder auch Jackin’ House aufgelegt wird. Nichts desto trotz wird es im Cube Club unter dem Motto “The Last Dance” noch eine Jack Invasion Party geben!
DJ Booming B. aka Björn Hinzpeter ist der Gründer der Jack Invasion und hat die letzten 3 Jahre so einige Partys im Cube Club organisiert. Die “Jack Invasion” steht für ein Programm aus Deep, Jazzy, Jackin´ und Funky House Musik mit exklusiv gebuchten DJs. Um Infos von der Jack Invasion Party am 16.12.2011 aus ersten Hand zu erfahren, habe ich Booming B. gesprochen.
Was hast du für die letzte Jack Invasion im Cube Club geplant und welche Gast DJs hast du eingeladen?
Die vorerst letzte Jack Invasion im Cube findet am 16. Dezember statt. Fuer den Anlass machen wir diesmal schon um 22h die Tuere auf. Zur letzten Veranstaltung habe ich mir ein paar gute Freunde und Wegbegleiter eingeladen. Den Anfang macht DJ Jocar, der mit seinen bekannten Dance Classics einheizt. Dann spielt Jack Invasion Resident Funk Akut und anschliessend Matti S., der mit deep’n'soulful House den Würfel rockt bis ich dann übernehme. Zum Schluss spielen wir dann alle noch mal zusammen bis in die fruehen Morgenstunden.
The Last Dance?
Bittest du wirklich zum “letzten Tanz” auf der Jack Invasion? Wird die Jack Invasion in einer anderen Location fortgesetzt?
Das ist jetzt ersteinmal die letzte Jack Invasion, aber natürlich gebe ich die Hoffnung nicht auf, mit der Reihe bald in einer neuen Location weiter machen zu koennen. Am liebsten natuerlich mit Nico und der Cube Crew in einer neuen Location. Nico und sein Team haben mich die letzten drei Jahre wahnsinnig unterstuetzt und ich wuerde unsere Zusammenarbeit gern weiterfuehren. Das letzte Wort ist in der Sache eben noch nicht gesprochen und es wäre sehr Schade, wenn wir die Veranstaltung einstampfen müssten!
3 Jahre Jack Invasion
In den 3 Jahren hast du als Organistor und Resident DJ der Jack Invasion sicher einiges erlebt. Erzähle uns ein paar Anekdoten von den schönsten Momenten der Jack Invasion Partys.
Ein wirklich tolles Erlebnis war als ich Johannes Albert aus Berlin gebucht habe und er im Verlauf seines Sets einen unreleased track von sich gespielt hat. Das wiederum hat jemand gefilmt und ins Internet gestellt. Von da aus hat es irgendwie seinen Weg in verschiedenste Foren gefunden und dort hat es der Labelchef von White aus Berlin gesehen. Dieser hat dann den Konatkt zu Johannes gesucht und das Ding auf seinem Label auf Vinyl rausgebracht!
Im Grunde waren die schönsten und intensivsten Momente aber immer die, wenn die Tanzfläche voller Menschen war und einfach alles gepasst hat. Haende in die Luft und Party ab!
Impressionen
The DJs
Wer hat in den 3 Jahren denn schon alles auf der Jack Invasion gespielt?
In den letzten 3 Jahren hatten wir viele illustre Gäste am Start. Angefangen von der Detroiter Legende Terrence Parker, meinem Label Partner John Daminato oder Jose Zaragoza aus Chicago, über europäische House DJ´s, wie Louis Hughes aus Manchester, Marcel Vogel aus Amsterdam, Dj Ricardo aus Belgien, oder Fabio Bacchini aus Rom. Das ging bis zu Gästen aus Japan, wie z.B. Kez YM aus Tokio. Desweiteren hatten wir auch viele Gäste aus Deutschland, wie den 1Live DJ und Schriftsteller Hans Nieswandt aus Köln, oder Yore Records Labelhead Andy Vaz aus Düsseldorf. Und auch die Dockland Legende Cutmaster Jay aus Münster, oder The Candyman aus dem alten Depot. Und natürlich noch lokale Größen wie Laurin Schafhausen Mark Brain, oder Sebastian Lomar.
Kurzinfo zur Party
- Was? Jack Invasion – The Last Dance!
- Wann? 16.12.2011 / 23:00 Uhr
- Wo? Cube Club Paderborn (Mühlenstrasse 36)
- Wer? Booming B. | Matti S. | Funk Akut | DJ Jocar
- Wieviel? 6€ Eintritt
Links
- Jack Invasion auf Facebook: http://www.facebook.com/jackinvasion
- Cube Club Paderborn: http://www.cube-pb.de/
[DJ-Blog Interview] Booming B. – JACK INVASION
Paderborn an einem Frühlingstag. Jackin’ House liegt in der Luft! Kein geringerer als Björn Hinzpeter aka Booming B. erzählt euch von der Jack Invasion im exklusiven DJ-Blog Interview. Sein Profil: Er legt Platten seit 1994 und wurde schon sehr früh in seiner DJ Karriere von Little Louie Vega, Frankie Knuckles, DJ Sneak, Derrick Carter, Spencer Kincy und Terrence Parker inspiriert. Somit es ist nicht verwunderlich, dass er zu einem der wenigen Underground House Music DJs aus Deutschland wurde.

Eine der wenigen Städte, wenn nicht sogar die einzige Stadt in Deutschland, in der Underground Funky Jackin´House gespielt wird, ist Paderborn. Booming B. gründete die Eventreihe “Jack Invasion”, die den Gästen im Cube Club ein Programm aus Deep, Jazzy, Jackin´ und Funky House präsentiert.
Neben den Residents “Booming B. und Funk Akut” werden bei jeder Jack Invasion namhafte DJs aus dem Genre wie z.B.: Terrence Parker (Detroit), Fabio Bacchini (Rom), Kez YM (Tokio), oder JR from Dallas (Frankreich) und Louis Hughes (Manchester) gebucht.
Impressionen von der Jack Invasion
Wie hast du Underground House für dich entdeckt ?
Na ja, ich höre und spiele nun seit ca. 1994 House Music und früher war halt alles underground glaube ich. Es war halt alles neu und frisch damals und dadurch automatisch underground music. Und ich höre heutzutage eigentlich noch den gleichen Sound wie immer, nur das elektronsiche Musik mitlerweile nicht nur gesellschaftsfähig geworden ist, sondern vielmehr die letzten 10 Jahre kommerziell ausgepresst wurde wie kaum eine andere Musik. Ich meine, ganz ehrlich gesagt, welche Shampoo oder Schuh Werbung kommt noch ohne elektronische Musik im background aus?
Wie kommt das doch recht unbekannte Genre Jackin House bei den Deutschen Clubbesuchern an? Im Grunde genommen schon sehr gut, aber man darf auch nicht vergessen, das wir bei der Jack Invasion kaum Laufpublikum haben, sondern vielmehr mitlerweile ein Stammpublikum das eben explizit wegen der Musik kommt. Ansonsten weis ich nicht wie Jackin´House Sounds bei den deutschen Clubbern ankommt, daher es ja eigentlich nirgends wirklich gespielt wird, oder!?
Überzeugt euch selbst davon, wie es bei der Jack Invasion abgeht:
Neben dem Spaß am Auflegen willst du mit der Jack Invasion doch sicher was bewirken! Möchtest du Jackin House in Deutschland bekannter machen? Welches Ziel hat für dich die Underground House Eventreihe?
Also die Jack Invasion habe ich ehrlich gesagt glaube ich aus dem Mangel an guter Musik und DJs gegründet. Mein Grundgedanke war halt irgendwann, dass wenn wir nicht wieder anfangen die Club Gänger musikalisch zu erziehen, wir irgendwann nur noch abgestumpfte Roboter auf den Tanzflächen haben und sich selbst feiernde und darstellende, aber nicht wirklich etwas könnende DJs hinter irgendwelchen Konsolen. Und ganz ehrlich gesagt, guck Dir doch mal die Clublandschaft der letzten Jahre an, wenn wir da eine Reflektion betreiben, dann gibt es den Plattenspieler als künstlerisches Medium leider kaum noch und das Publikum weis nicht viel mehr über elektronische Musik, wie wenn der Bass einsetzt schreie und tanze ich los. Na wenn das unsere zukünftigen Club Gänger und DJs sind, dann können wir auch gleich Roboter und Maschinen nehmen und das ist definitiv nicht der Gedanke der unter anderem in der Motor City (Detroit) in den späten 80ern geboren wurde…
Impressionen von der Jack Invasion
Für zwei Jahre hast du in Chicago gelebt. Viele Jackin’ House Fans beneiden dich sicherlich dafür. Wie hat dir die Szenestadt gefallen?
Na ganz klar super gut! Musikalisch ist es nun mal das Mecca der House Music und wird es wahrscheinlich auch immer bleiben, denn House Music ist dort geboren und das merkt man einfach. Aber ich glaube die Essenz ist, dass wenn man sowas als Ausbildung sehen kann, dann habe ich die beste Ausbildung genossen, die man bekommen kann! ;-)
Du bist nicht nur als DJ, sondern auch als Produzent aktiv: Zusammen mit John Daminato hast du eine EP auf dem Label Itch’n'Sniff released. Gibt es bald neue Musik von dir?
Als richtigen Produzenten würde ich mich nicht bezeichnen. Ich habe mit der technischen Hilfe von John Daminato, mit dem ich das Label betreibe, einen track fertig stellen können. Ich habe zwar selbst das Konzept ausgearbeitet und die samples besorgt und geschnitten und wir haben uns den track dann immer back and forth geschickt, aber wenn es dann wirklich drauf ankam, hat er schon das Ruder übernommen und die passende Qualität ins Projekt gedrückt! Ohne seine Hilfe hätte ich keinen eigenen track released glaube ich, aber klar finde ich gerade meinen Weg in diese Gefilde und es wird auch definitiv dieses Jahr noch was neues zu hören geben. Wann und was kann ich zum jetzigen Zeitpunkt aber echt nicht sagen.
Ein exklusiver Preview des aktuellen Itch’n'Sniff Release:
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Fabio Bacchini – Abracadabra (Johannes Albert Wicked Waffle Mix)
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Fabio Bacchini – Abracadabra (John Daminato Disco Reconfigured Mix)
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Fabio Bacchini – Abracadabra (Terrence Parker Old School 90s Mix)
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Wann ist die nächste Jack Invasion? Kannst du schon sagen welche DJs als nächstes gebucht werden? Die nächste Jack Invasion ist am Mittwoch, dem 02. Juni. Das ist der Tag vor dem Feiertag, Fronleichnam. Als Gast haben wir diesmal das Paderborner Urgestein “Mark Brain” am Start. Mark hat sich mit seinen Releases auf Alphabet City, Turning Wheel und House Nation schon Gigs auf der ganzen Welt erspielt. Und wenn er auch eher für seine energiegeladenen Techno Sets bekannt ist, so hat er trotzdem tiefe Wurzeln im House Bereich und ich bin froh, dass er dies im Juni mal wieder ausleben wird.
Impressionen von der Jack Invasion
Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg mit der Jack Invasion und bedanke mich für das Interview!
Auf gehts zur nächsten Jack Invasion!

Weitere Informationen zur Jack Invasion und Booming B. unter:
http://www.myspace.com/jackinvasion http://www.myspace.com/boomingb http://www.myspace.com/itchnsniffrecords http://soundcloud.com/housin_b

[DJ-Blog Interview] mit Rick Neumann – Shak Digital/Shak Street und Shaker Plates
Shak Digital – House Music wie sie war und wie sie sein sollte
Kaum ein anderes Label in Deutschland released so viele EPs im Musikstil “Jackin House” wie Shak Digital. Vielleicht spielt es in unserer globalisierten Welt keine Rolle mehr, ob ein Label direkt aus Chicago oder aus Deutschland agiert. Bei Shak Digital haben schon viele internationale Künstler ihre Musik released: The Sound Diggers, JR From Dallas, Erik Bo, Quirk Burglars, Tracy Cooper, Sun City Hustlers, Tom Drummond – um nur ein paar zu nennen.
Rick Neumann, Produzent, der Labelchef von Shak Digital Records, Shak Street und Shaker Plates erzählt uns, wie das Label entstanden ist, von seinen eigenen Produktionen und welche Zukunftspläne er hat.

Deutsche DJs und Produzenten im Bereich Deep, Jazzy, Jackin und Funky House sind rar. Wie kam es zur Gründung von Shak Digital?
Ich habe quasi aus der Not eine Tugend gemacht, denn als ich 2005/2006 meine ersten selbstproduzierten Stücke fertig hatte, hab ich diese natürlich auch meinen Favorit-Labels zur Veröffentlichung angeboten. Jedoch wollte keines diese aus heutiger Sicht zwar infantilen aber charmanten Stücke veröffentlichen.
Im Endeffekt hab ich die Sache dann selbst in die Hand genommen und meine Stücke mit zusätzlichen Remixen von befreundeten Künstlern beim amerikanischen digital vertrieb stompy.com veröffentlicht und so wurde Shak Digital, ursprünglich als Vertrieb für meine eigenen stücke gedacht, im Sommer 2006 geboren.
Weitere Vertriebe wie Beatport und Traxsource folgten bereits wenig später und aufgrund der ersten Erfolge erhielt ich Anfragen von anderen Künstlern auf meinem Label zu veröffentlichen.
Wenig später sind dann meine eigenen Produktionen mehr und mehr in den Hintergrund geraten und Shak Digital etablierte sich als reines Label.
Wie hast du es geschafft, einige der besten Jackin House Produzenten unter Vertrag zu nehmen? Verrätst du uns dein Erfolgsrezept?
Erfolg kann man leider nicht planen und auch nicht erzwingen.
Mit „Shak“ biete ich Talenten ein Sprungbrett in den Focus, indem ich Songs von teils vollkommen unbekannten Künstlern mit Remixen von bereits seit 10 und mehr Jahren etablierten Acts veröffentliche.
Damit erhalten ihre Produktionen bedeutend mehr Beachtung und es macht sie natürlich auch stolz gemeinsam auf einer Veröffentlichung mit Szenegrößen wie James Curd oder Da Sunlounge zu sein.
Künstler wie Erik Bo aus Frankreich, der in den letzten 15 Monaten richtig durchgestartet ist, und auch Tom Drummond aus Australien haben zum Beispiel auf Shak Digtal ihr Debut gegeben und werden jetzt von anderen Labels massiv gesignt und starten ihre eigenen Labels.
Und trotzdem vielen jetzt die Türen geöffnet sind, kommen die Künstler gern zu meinem Label zurück, was dann für mich wiederum Bestätigung ist vieles richtig gemacht zu haben.
Jedoch habe ich mittlerweile Probleme die zahlreichen Releases zeitnah zu veröffentlichen, weshalb mir seit diesem Frühjahr das „Shak Street“ Label fortan dabei hilft.
Warum hast du zusätzlich zu Shak Digital und Shak Street auch noch Shaker Plates gegründet?
Nun Shaker Plates bewegt sich auf vollkommen anderem Terrain wie die beiden „Shak Labels“ und fungiert auch unabhängig von ihnen.
Mit Shaker Plates habe ich bereits 2 Vinyls veröffentlicht, die mehr in den „techhousigen“ Bereich zielen.
Stücke, die glaube ich von dem Shak Digital und Shak Street Käufern nicht unbedingt favorisiert werden.
Allerdings ist Shaker Plates auf dem besten Wege sich auf dem härteren Vinylmarkt zu etablieren und ich bin schon heute sehr gespannt, wie die nächste scheibe mit Sascha Braemer und Lopazz Beteiligung angenommen würd. Für die Jackin Freunde sei erwähnt das Nick Maurer, der Sänger der Greenskeepers Band an den Vocals zu hören sein würd.
Jackin House ist in Deutschland sehr unbekannt. Und das obwohl die Musik hier sehr gefragt ist! Wenn ich auf Partys auflege, werde ich immer und mehrmals gefragt: Von wem ist der Track denn? Und nach meiner Antwort folgt immer ein erstauntes: “Von dem hab ich noch nie was gehört”. Glaubst du, dass sich der Musiktrend in Clubs sich in Zukunft von Minimal/Electro wieder in die Richtung Deep, Jazzy, Jackin und Funky House bewegen wird?
Ich glaub ja. Speziell in diesem Jahr sind viele Minimal Produktionen mit organischen Samples, sprich Saxophon oder ähnlichem veröffentlicht wurden. Was bei DJs und Partygängern den Horizont zu mehr Chicago beeinflusstem House wieder geöffnet hat. Nicht ohne Grund werden mittlerweile Chicago DJs wie Derrick Carter oder Sneak wieder regelmäßig in Deutschland, der Minimalhauptstadt, gebucht und diese Partys sind gerammelt voll.
Allerdings wunder ich mich auch immer wieder wie wenige, für mich hochrangige, Produzenten und DJs in Deutschland bekannt und anerkannt sind.
Welche Zukunftsvisionen hast du, wenn du an deine Labels und deine eigenen Produktionen denkst?
Für meine eigenen Labels hab ich eigentlich nur das Ziel die Qualität hoch zu halten und gleichzeitig dabei den Spaß an der Sache nicht zu verlieren. Für meine eigenen Produktionen bin ich zurzeit voll und ganz auf Kollaborationskurs und es werden in naher Zukunft auch wieder Tracks mit meiner Beteiligung erscheinen.
Da wäre zum einen die bereits erwähnte nächste Shaker Plates platte und dann ist da noch ein Projekt namens Johnny Karton in den Startlöchern. Johnny ick grüß dir hiermit!
Vielen Dank für das Interview!
Weitere Infos zu Rick Neumann und den Labels:
WMC 09 – Interview with Bryan Jones
Viel Spaß beim Ansehen!
Quelle:
(Noch ein Dankeschön geht raus an Zen, der mir diesen Link geschickt hat.)
















